Ein Mulcher ist eine landwirtschaftliche Maschine, die das Gras mäht und das Mähgut in einem nächsten Arbeitsschritt fein zerkleinert. Für den Mulcher sind unterschiedliche Bezeichnungen und Synonyme im Gebrauch. So beispielsweise Mähmulcher, Schlegel- oder auch Sichelmulcher. Mulcher werden heute vorrangig zur Pflege von Brachflächen, zur Biotoperhaltung und zur Verhinderung von Verbuschung, oder generell im Kontext der Landschaftspflege eingesetzt. Zahlreiche Kommunen verwenden Mulcher auch zur Pflege der Grünstreifen entlang von Straßen und Wegen, was gleichzeitig der Vorbeugung von Wildunfällen dient oder um Unländer und Ödländer zu pflegen. Auch die Landwirtschaft setzt den Mulcher zur Brachflächenpflege sowie zum Zerkleinern von Gründüngungspflanzen ein, bevor diese schließlich in die Böden eingearbeitet werden. Der Forstwirt nutzt den Mulcher zur Freihaltung von Schneisen, beispielsweise für Überlandstromleitungen, oder er setzt ihn zunächst ein, um abgeholzte Flächen nutzbar zu machen. Auch im Obst- und Weinbau werden Mulcher zum Freihalten von Gassen und zur Zerkleinerung von Schnittgut benötigt. Das Schnittgut im Weinbau findet häufig als natürliches Düngemittel für Rebstöcke Verwendung.

Die Funktionsweise von Mulchern

Mulcher werden entweder durch Schlepper oder durch Traktoren gezogen und dabei durch deren Zapfenwellen angetrieben oder sie werden an hydraulisch steuerbaren Teleskoparmen von Fahrzeugen montiert und durch diese angetrieben. Selbstfahrende kleine Mulcher als Aufsitzversionen sind ebenfalls erhältlich. Selbst in hohem und dichtem Gras erzielt der Mulcher ein sauberes Schnittbild. Zudem wird das Schnittgut sofort fein zerkleinert. Die feine Zerkleinerung und die großflächige Verteilung führt zu einer raschen Verrottung des Schnittgutes auf der Ackerfläche, so dass es nicht geborgen werden muss, sondern als Naturdünger und Feuchtigkeitsspeicher auf der Fläche verbleiben kann.

Arten von Mulchern

Nach ihrer Bauform werden Kreiselmulcher, Sichelmulcher und Schlegelmulcher unterschieden. Der Sichelmulcher mäht und zerkleinert das Mähgut durch waagerecht angebrachte und sehr schnell rotierende Messer. Zur besseren Handhabung und Steuerung lässt sich bei diesem Gerät die Arbeitsbreite jeweils hydraulisch steuern und regeln. Der Schlegelmulcher besitzt eine sich schnell und entgegen der Fahrtrichtung drehende Welle, auf der Messer, die sogenannten Schlegel, angebracht sind. Da die robuste Walze sich mit sehr hoher Drehzahl bewegt und die Maschine sehr robust gebaut ist, können auch kleinere Holzstücke und dünne Äste mit zerkleinert werden. Das auf diese Weise durch den Vorgang der Prallzerkleinerung gewonnene Mäh- oder Schreddergut bildet eine wertvolle Biomasse, die als Natürdünger oder Kompostsubstrat Verwendung findet. Wird es nicht von den Flächen entfernt, dann begünstigt seine relativ große Oberfläche, an deren Rissstellen sich Pilze und Bakterien gern ansiedeln, eine schnelle biologische Kompostierung.
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