Der Ladewagen ist ein mechanisierter landwirtschaftlicher Anhäger, der das Aufladen von Erntegut, wie Gras, Stroh, Heu durch den Fahrer der Zugmaschine ermöglicht, ohne dass es dazu weiteren Helfern bedarf. Der Ladewagen besitzt an seiner unteren Vorderseite eine sogenannte Pickup-Trommel, die während der Fahrt das auf dem Boden liegende Erntegut erfasst, um es dann mit Hilfe einer weiteren kräftigen Trommel in das Innere des Ladewagens zu befördern. Die obere Öffnung des Ladewagens wird mit gespannten Seilen verschlossen, so dass bereits während der Fahrt zum Silo eine gewisse Verdichtung des Erntegutes durch sein Eigengewicht noch im Inneren des Ladewagens erfolgen kann. Um das Abkippen des Erntegutes zu erleichtern, besitzen Ladewagen meist mehrere Verteilwalzen am hinteren Ende der Ladefläche. Auch haben viele Ladewagen heute ein zusätzliches Schneidwerk, das das geladene Erntegut nochmals grob zerkleinert. Der Antrieb der Fördertrommeln und des Schneidwerkes des Ladewagens erfolgt über Zapfenwellen von der Zugmaschine aus. Das Fassungsvermögen der heute produzierten und über den Landmaschinenhandel ausgelieferten Ladewagen schwankt zwischen 10 und 60 Kubikmetern.

Der Silierwagen

Eine Sonderform des Ladewagens stellt der Silierwagen dar, der bei der Maisernte zum Einsatz kommt. Seine Bodenöffnung kann durch Bodenplatten verschlossen werden und er verfügt im Allgemeinen über stabilere Wandungen als die Standardausführung. Damit ist der Silierwagen dafür gerüstet, um beispielsweise durch den nebenher fahrenden Feldhäcksler mit Maissilage befüllt zu werden und diese zu transportieren. Weitere Sonderformen stellen die Selbstfahrer unter den Ladewagen dar. Diese sind überwiegend für den Einsatz in steilen Gebirgslagen und Hochgebirgen konstruiert und daher sehr wendig und hangtauglich. Sie finden Einsatz auf Feldern und Weiden in Gebirgslagen. Alternativ können diese Selbstfahrer auch noch zum Düngerstreuen oder zum Ausbringen von Gülle auf Äcker und Felder eingesetzt werden.

Der Ladewagen ist ein Meilenstein in der Landwirtschaft

Ladewagen sind eine relativ junge Mechanisierungsform der Ernte. Sie ersetzten beispielsweise bei der Heuernte erst in den 1960-er Jahren die bis dahin in Gebrauch befindlichen sogenannten Leiterwagen. Die Patentanmeldung des Ladewagens erfolgte jedoch erst in den 1970-er Jahren. Die konstruktionsbedingt zu lösenden Probleme der ersten Ladewagen bestanden in der erforderlichen Kompression des Ladegutes und in einer Mechanisierung des Abladevorganges. Etwa die Hälfte aller deutschen Grünlandbetriebe nutzte den Ladewagen. Seit den 1990-er Jahren ersetzen ihn oft selbstfahrende Feldhäcksler.
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