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Der VW Bulli ist in aller Munde – leider. Denn Volkswagen hat keine der fünf gebauten Transporter-Generationen offiziell als Bulli bezeichnet, sodass Unklarheit herrscht, welche denn gemeint ist, wobei sich in der Regel auf die Heckmotor-Baureihen bezogen wird. Darüber hinaus bedarf es weiterer Erklärungen, was für ein Modell denn der angesprochene „VW Bulli“ darstellt: Ist es ein komplett verblechter Kastenwagen, ein Kombi mit immerhin verglasten Türen, ein regulärer Bus, ein Wohnmobil-Ausbau oder gar die Nobelversion Samba mit 23 Fenstern? Vermutlich eines von diesen genannten, denn die offenen oder von Plane und Spriegel gedeckten Pritschenwagen mit Einzel- oder Doppelkabine nennt der Volksmund nur sehr selten in einer Linie mit den geschlossenen Ausführungen. Konkretes Nachfragen hilft also im Gespräch – und hier die wichtigsten Eckdaten der VW Transporter-Historie.

VW T1

Der VW T1 brachte ein neues Häuschen auf die Käferbodengruppe: Äußerst raumökonomisch wurde das übernommen, was es etwa beim Citroen TUB schon vor dem zweiten Weltkrieg gegeben hatte – eine nahezu senkrecht abfallenden Front und einen im Fahrzeug und nicht etwa ein einer „Schnauze“ davor sitzenden Motor. Ab 1950 wurden im Werk Wolfsburg und ab 1956 im Volkswagenwerk Hannover insgesamt 1,8 Millionen Einheiten des T1 in unterschiedlichen Ausführungen gebaut. Mit Anlauf der Herstellung des Nachfolgemodells VW T2 im Werk Hannover wurde 1967 die Fertigung des bei 240 cm Radstand 428 bis 429 cm langen, 175 bis 180 cm breiten und als Pritschenwagen 192, als Kastenwagen 194 cm hohen T1 eingestellt. Die Nutzlast des ersten als VW Bulli bekannten Modells lag zwischen 860 und 930 kg bei 890 bis 1140 kg Leergewicht. Wurde hier keine Ladekapazität verschenkt, kamen die 1,1 bis 1,5 l großen Vierzylinder-Boxermotoren leicht an ihre Grenzen, mobilisierten sie doch lediglich 18,4 kW/25 PS und 67 Nm Drehmoment bis 32,3 kW/44 PS und 102 Nm.

VW T2

Mit dem VW T2 hatte Volkswagen leichtes Spiel, nachdem der T1 für derart gestaltete Nutzfahrzeuge den Weg geebnet hatte. Gestalterisch hob sich der T2 mit mehr Kanten, plan wirkenden Flächen und einer einteiligen statt mittig durch einen Steg durch zwei flache Glasplatten zusammengesetzten Frontscheibe von seinem Vorgänger ab. Die je nach Anbauteilen wie Stoßstangen bei 240 cm Radstand 442 bis 451 cm langen, 172 bis 177 cm breiten und als Bus 196 cm, als Pritschenwagen mit Spriegel und Plane 225 cm sowie als Hochraum-Kastenwagen 229 cm hoch bauenden Lieferwagen leisteten mit dem Basis-1600er zunächst 34,5 kW/47 PS und ab 1970 dann 36,8 kW/50 PS. Die ab 1971 parallel angebotenen 1,7 bis 2,0 l großen Boxer mit Leistungen von bis waren alternativ zur regulären Viergang-Schaltung ab 1972 auch mit einer Dreistufen-Automatik lieferbar. Um die Kunden bei der Stange zu halten, gab es 1970, 1972 und 1974 kleinere Facelifts, während Mitte 1971 eine größere Modellpflege technischer und konstruktiver Natur durchgeführt, die unter anderem Scheibenbremsen vorn, andere Lochkreise und eine verstärkte Rahmengruppe umfasste. Von 1967 bis 1979 wurden im VW-Werk Hannover insgesamt 2.533.188 VW Bulli der Baureihe T2 hergestellt. Am 31. Oktober 1979 lief dort der letzte Wagen vom Montageband.

VW T3

Während der T2 im Nachhinein eher wie ein zweiter Aufguss des T1 wirkt, gab es beim VW T3 grundlegenden Neuerungen: Als erster eigenständig neu entworfener VW Transporter glänzte er neben der größeren Karosserie etwa mit Zahnstangenlenkung anstelle der Rollenlenkung und eine Vorderradaufhängung mit doppelten Dreiecksquerlenkern und Schraubenfedern statt der vorigen Kurbellenkerachse mit Torsionsfedern. Auch die Schräglenker-Hinterachse war nun mit Schraubenfedern (Miniblockfedern) versehen. Die technisch veralteten luftgekühlten Boxer blieben nur kurz: Ab Mitte 1982 lösten wassergekühlte Boxermotoren, zunächst mit Vergaser und ab 1990 ausschließlich mit Einspritzung versehen, ihre trinkfesten Ahnen ab. Maximal gab es 2,1l Hubraum uns 82 KW/112 PS. Zur Senkung der Unterhaltskosten war ab Januar 1981 ein wassergekühlter 1,6-l-Dieselmotor erhältlich. Der Reihenvierzlinder leistete 37 kW/50 PS und war ab 1984 zusätzlich als 51 kW/70 PS starke Turboversion lieferbar. Erkennbar sind die neun Motoren leicht an dem zweiten, unter dem Grill mit dem Scheinwerfern liegenden Lufteinlass für den Wasserkühler. Die Kraftübertragung oblag manuellen Vier- und Fünfgang-Getrieben sowie einer Dreistufen-Automatik. Die Nutzlast lag bei 570 bis 995 kg und ließ sich anhand verstärkter Federn um 240 kg steigern. Bei 246 cm Radstand baute der heckgetriebene VW Bulli der T3-Reihe 457 bis 464cm lang; bei den 1985 eingeführten syncro-Modellen mit Allradantrieb weicht der Radstand je nach Fahrwerk leicht nach oben oder unten ab. Zusätzlich zur Getriebeuntersetzung war hier sogar eine mechanische Differentialsperre erhältlich. Während die Hecktriebler bereits 1990 eingestellt wurden, baute Volkswagen den T3 syncro noch weiter bis 1992.

VW T4 und VW T5

Der 1990 lancierte VW T4 markierte die Abkehr vom klassischen – aber mittlerweile völlig überholten – Heckmotor-Layout. Neben Reihen- und V-Motoren kündeten Frontantrieb zwei Radstände sowie etliche California-, Multivan und Caravelle-Varianten vom Beginn der Neuzeit. Ab 1993 gab es auch wieder den Allradantrieb syncro, und 1996 folgte eine umfangreiche Modellpflege. Diese Fahrzeuge wurden bis 2003 gebaut, als der VW T5 das mit gleichem Layout, ähnlicher Optik und zahlreichen Detailverbesserungen das Erbe übernahm. Nur den Kosenamen Bulli erhielten die von der schräg abfallenden Front geprägten VW Modelle nicht.
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