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AwtoWAS etabliert Lada schon in den 1970er Jahren als Low-Cost-Exportmarke

Als der größte französische Autohersteller mit Zukäufen in Osteuropa nach der Wende zum neuen Jahrtausend seine Strategie der Low-Cost-Fahrzeuge umzusetzen begann, schuf er damit einen Trend, der dem Automarkt Impulse gab. Die nach dem Niedrigkosten-Prinzip in Ländern mit geringen Löhnen gebauten Modelle sprachen preisbewusste Kunden an, die auf Markenprestige und PS-starke Motoren der neuesten Generation verzichten konnten, wenn dafür im Gegenzug die Anschaffungskosten sanken. Auf diese Weise konnten Neuwagen sogar zur Alternative für einen Gebrauchten werden. Bei genauerer Betrachtung war das Konzept des französischen Konzerns und seiner Marke Dacia allerdings gar nicht so neu, wie das Marketing des Unternehmens es glauben machen wollte. Der Grund: Der sowjetische Autohersteller AwtoWAS hatte mit seiner Exportmarke Lada einen ganz ähnlichen Ansatz auf einigen Märkten Westeuropas bereits seit den 1970er Jahren verfolgt.

Mit dem Granta will sich Lada ein modernes Image verschaffen

Mit seiner Marke Lada war der russische Produzent auf vielen westlichen Märkten mit Limousinen und Kombis präsent, die je nach Baujahr und Ausstattung etwa als Lada 1200 oder Lada 1500 in den Handel kamen. Mit dem Geländewagen Niva, der in späterer Zeit auch als Lada 4x4 oder unter dem Namen Taiga vermarktet wurde, hatten die Russen sogar einen echten Klassiker im Programm, der zwar Komfortverzicht forderte, dafür jedoch mit geländetauglichen Fahreigenschaften punktete und so viele Jahre lang eine Nische im Markt besetzen konnte. Nach der politischen Neuordnung der Sowjetunion musste sich AwtoWAS jedoch etwas einfallen lassen, um mit einem moderneren Modellprogramm als Hersteller im Westexport weiter eine Rolle spielen zu können. Die Russen kooperierten daher mit verschiedenen Partnern aus den USA und Europa, die ihr Know-how für die Entwicklung neuer Baureihen der im Westen bekannten Marke Lada zur Verfügung stellten. Da Lost-Cost auch hier die Strategie war, holten sich die Russen mit Renault noch einen Partner an Bord, der damit im Westen bereits erfolgreich gewesen war. Das Ziel: Frisches Design und zeitgemäße Ausstattung sollte den Ladas der neueren Generationen ein zeitgemäßes Image verschaffen. Eine der ersten Neuentwicklungen dieser Art war der Granta, der im Jahr 2011 seine Premiere als Serienmodell feierte. Im Jahr 2013 brachte Lada den Granta dann auch in einigen Ländern des westlichen Europas in den Handel.

Der Granta entsteht auf Basis der zweiten Generation des Lada Kalina

Mit dem Silhouette hatte der Hersteller im Jahr 2005 bereits einen Einblick gegeben, wie er sich die Zukunft von Lada vorstellte. Dass Ingenieure aus dem Konstruktionsbüro Porsche in die Entwicklung des Fahrzeugs eingebunden wurden, brachte zwar moderne Technik und Prestige für den als Limousine und Kombi der Kompaktklasse geplanten Silhouette. Doch zum Serienmodell schaffte es das auf der Automesse in Moskau präsentierte Concept Car am Ende dann nicht. Stattdessen überarbeiteten die Russen ihre seit den 1990er Jahren in der Schublade liegenden Pläne für einen Kleinwagen, der ab dem Jahr 2005 in drei Karosserieversionen auf den Markt kam. Neben einem Kombi gab es für das Kalina getaufte Modell eine Schräghecklimousine sowie eine Limousine mit klassischem Stufenheck. Mit dem Generationswechsel beim Kalina im Jahr 2013 gliederte Lada die Stufenheckvarianten aus der Baureihe aus und vermarktete sie nun in der Kompaktklasse unter dem Namen Granta.

Im Kofferraum des Lada Granta lassen sich rund 480 Liter Gepäck unterbringen

Dass Renault als Partner an der Entwicklung des Granta beteiligt war, ließ sich nur an Details im Innenraum erkennen, wo einige Elemente wie der Drehschalter zum Einschalten der Beleuchtung verbaut waren, die die Franzosen in früheren Zeiten in eigenen Baureihen eingesetzt hatten. Ansonsten gaben die Designer dem Granta einen eigenständigen Auftritt, in dem die Ansätze der ersten Kalina-Generation fortgesetzt wurden. Mit seiner sachlichen Front, Aufwertungen wie einer Chromleiste am Kühlergrill und einer sportlich mit Gitterstruktur angelegten Frontschürze löste die Granta Stufenhecklimousine das Versprechen weitgehend ein, Lada ein moderneres und frischeres Image zu geben. Eher klassisch hingegen wirkte die Heckkonstruktion des Viertürers mit ihrem ungewöhnlich hohen Aufbau und ihrer ausgeprägten Stufe. Vorteil dieser Bauart: In dem tiefen Ladefach stand für eine Limousine der Kompaktklasse mit rund 480 Litern Fassungsvermögen ein vergleichsweise großer Stauraum zur Verfügung. Und der weit heruntergezogene Kofferraumdeckel machte darüber hinaus das Beladen trotz der Tiefe des Fachs leicht, da die Ladekante entsprechend weit unten ansetzte.

Die Sicherheits- und Komfortausstattung des Lada Granta

Mit einer Länge von gut 4,26 Metern und einer Breite von 1,70 Metern konstruierten die Russen den Lada Granta mit den üblichen Abmessungen einer Stufenhecklimousine der Kompaktklasse. Hinsichtlich der Ausstattung konnte der Granta ebenfalls mithalten. Serienmäßig gab es im Lada eine Servolenkung, ein in der Höhe justierbares Lenkrad, elektrische Fensterheber und eine zentrale Verriegelung der Türen. Zudem bot der Hersteller den Granta mit Metalliclackierungen und Leichtmetallfelgen an. Einzig bei der Sicherheitsausstattung gab es einen Punktabzug: Während die Konstrukteure ABS und Airbags ab Werk verbauten, verzichteten sie bei der Limousine auf das zum Zeitpunkt der Markteinführung des Granta sonst fast überall zur Standardausstattung gehörende elektronische Stabilitätsprogramm (ESP).

Im Lada Granta arbeiten Vierzylinderbenziner mit bis zu 87 PS

Auf den westeuropäischen Märkten kam der Lada Granta in der Regel nur als Benziner in einer Leistungsstärke in den Handel. Die Russen verbauten in ihrer Stufenhecklimousine ein Vierzylindertriebwerk mit 1,6 Litern Hubraum, das dem Granta eine Leistung von bis zu 64 kW (87 PS) zur Verfügung stellte. Damit erreichte der Lada eine Spitzengeschwindigkeit von gut 165 Stundenkilometern. Als Beschleunigungswert auf der Strecke von null bis 100 km/h ermittelte der Hersteller eine Zeit von rund 11,8 Sekunden. Obwohl der Vierzylinder die Normen der Schadstoffklasse Euro 5 erfüllte, zeigte seine Einstufung in die Energieeffizienzklasse E, dass im Lada kein Benziner mit allerneuester Technik zum Einsatz kam. Das spiegelte sich auch bei den vom Hersteller mitgeteilten Verbrauchswerten wider. Im Stadtverkehr konsumierte der Granta von Lada im Testlauf runde neun Liter Treibstoff, während die Techniker außerorts auf einen Mittelwert von 6,6 Litern auf 100 Kilometer kamen. Im kombinierten Betrieb ergab sich daraus ein Verbrauch von 5,3 Liter pro 100 Kilometer. Damit emittierten die Stufenhecklimousinen der Lada-Kompaktbaureihe gut 150 g/km CO2, was zum Zeitpunkt der Einführung des Granta auf den westlichen Märkten ein deutlich höherer Schadstoffausstoß war, als bei vergleichbaren Modellen seiner Klasse.